Meine publizistische Arbeit versteht sich als Erweiterung meiner Tätigkeit als Cultural Networker: als Raum für Reflexion, Verdichtung und Kontextualisierung künstlerischer Positionen.
In den vergangenen Jahren sind zahlreiche Bücher entstanden – im engen Dialog mit dem Werk von Barbara Niesen sowie im Austausch mit befreundeten Künstler:innen, deren Arbeiten mich über längere Zeit begleitet haben. Grundlage dieser Publikationen ist weniger die distanzierte Analyse als vielmehr eine Form der Nähe: ein Denken aus der Begegnung heraus.
Im Zentrum steht die Beziehung von Bild und Sprache. Wahrnehmung wird dabei nicht erklärt, sondern weitergeführt – in eine gedankliche Struktur, die das Sichtbare nicht abschließt, sondern öffnet. Die Bücher verstehen sich als eigenständige Formate zwischen künstlerischer Dokumentation, Reflexion und diskursiver Setzung.
Der digitale Dichtring – Poesie in Bewegung
Mit dem digitalen Dichtring wird Barbara Niesens Verbindung von Malerei, Poesie und digitaler Technik interaktiv erfahrbar. Wählen Sie einen der drei Dichter – Ernst Jandl, Christian Morgenstern oder Rainer Maria Rilke – und bringen Sie die fünf mit Motiven aus den jeweiligen Werkserien gestalteten Ringscheiben in Bewegung.
Als den Versen des gewählten Dichters entsteht bei jeder Drehung ein neues, zweistrophiges dadaistisches Gedicht. Das persönliche Ergebnis kann anschließend als PDF an die eigene E-Mail-Adresse versandt werden.
Malerei: Barbara Niesen
Erfindung und Konzeption des Dichtrings: Robert Niesen
Barbara Niesen · Interaktive Poesie
Wähle den Dichter. Dreh die Ringe. Der Zufall schreibt ein neues Gedicht.
Fünf Werke bilden fünf bewegliche Ringe. Ihre Endpositionen entscheiden, welche Verse sich begegnen – als dadaistische Neukomposition zwischen Bild, Sprache und Zufall.
André Chi Sing Yuen und die Kunst der medialen Überlagerung
Wo sich Bildschichten begegnen, entsteht ein neuer Raum.
André Chi Sing Yuen arbeitet an einer Malerei, die das Nebeneinander der Bildmedien nicht auflöst, sondern zum Thema macht. Was auf seinen Tafeln geschieht, ist Überlagerung: von Schicht und Durchblick, von Herkunft und Gegenwart, von westlicher und ostasiatischer Bildtradition. Dieses Buch nimmt sich Zeit für diese Bildräume und lädt dazu ein, sie langsam zu betreten.
Auf 344 Seiten im großen Quadratformat versammelt der Band das Werk in sorgfältig ausgewählten Abbildungen und stellt ihm Texte zur Seite, die es nicht erklären, sondern erschließen wollen. Der dreisprachige Aufbau in Deutsch, Englisch und Chinesisch führt die Perspektiven zusammen, aus denen Yuens Arbeit gelesen werden kann.
Schwesterkünste – Die Grenze, die keine ist
Was geschieht, wenn Malerei auf Poesie trifft, wenn Bilder zu klingen beginnen und Worte Farbe annehmen? Der im August 2026 erschienene Band Schwesterkünste geht dieser uralten Verwandtschaft der Künste nach – und löst ihre vermeintliche Grenze auf.
Im Zentrum stehen die Assemblage-Zyklen von Timpert zu Rainer Maria Rilke und Ernst Jandl sowie ihre Sencha-Arbeiten, in denen sich Bildende Kunst und Dichtung durchdringen. An ihrer Seite: der Kölner Wortmaler SAXA, der Texte zu Bildern verdichtet, und Malte Sonnenfeld, der die Brücke zur Musik schlägt.
Das Besondere: Über QR-Codes im Buch werden die Gedichte hörbar – gesprochene Rezitationen verwandeln das Lesen in ein Erlebnis mit allen Sinnen. Ein Buch zum Sehen, Lesen und Hören.
Freundschaft. Ehe. Kunst.
Mit diesem im April 2026 erschienenen Buch tritt erstmals die persönliche Dimension künstlerischer Praxis in den Vordergrund.
„Freundschaft. Ehe. Kunst.“ untersucht das Spannungsfeld von Partnerschaft und Autonomie, von gemeinsamer Entwicklung und individueller künstlerischer Position. Es geht um Nähe und Differenz, um Resonanz und Reibung – um die Frage, wie sich zwei künstlerische Existenzen im gemeinsamen Leben behaupten und zugleich aufeinander beziehen.
Das Buch folgt keiner linearen Erzählung. Es entfaltet sich als offener Denkraum, in dem biografische Erfahrung, künstlerische Prozesse und reflexive Perspektiven ineinandergreifen. Im Mittelpunkt steht nicht das Ergebnis, sondern die Bewegung: das fortwährende Aushandeln von Beziehung – im Leben wie in der Kunst.
Publikationen zum Werk von Barbara Niesen
QR-Art & Poesie
Barbara Niesen: informel – abstrakt – expressionistisch
Die Kraft, die in mir steckt
Doch wie verhält es sich eigentlich mit dem Quadrat?
Horizonte
Liniennetze
Nachhall
QR-Art & Poesie
Volatil
Diese Publikationen begleiten zentrale Werkzyklen und machen eine künstlerische Praxis sichtbar, die sich zwischen Systematik und Offenheit, Struktur und Intuition entfaltet.
Weitere Publikationen
POP! ART! IRONIE! – Malte Sonnenfeld kommentiert seine Epoche
Fabelhafte Welten – Klaus Stanek
SCAN.DICHT.KUNST – über Barbara Niesen
Kunst als Spiegel innerer Welten – Hans-Heinrich Dittrich
Die Sprache der Hände – Susanne Kurth
Diese Arbeiten entstehen aus dem Dialog mit den Künstler:innen. Sie sind keine abgeschlossenen Deutungen, sondern Annäherungen – Versuche, Werk, Haltung und Kontext in ein offenes Verhältnis zu setzen.